Prozeßalgebren (WS 95/96)

Astrid Kiehn

Bereich: Theoretische Informatik, VO 2-stündig, keine Übung

Zeit und Ort: Freitag, 10-12 Uhr, HS 1402

Inhalt:
Prozeßalgebren liefern ein formales Modell zur Beschreibung und Spezifikation paralleler Systeme. Prozesse solcher Algebren können in Hinblick auf zu verifizierende Eigenschaften untersucht und formal mit einander verglichen werden. "Gleichheit" von Prozessen wird dabei unterschiedlich definiert, entscheidend ist aber jeweils das Kommunikationsverhalten mit der Umgebung. In der Vorlesung werden zwei grundsätzliche Ansätze vorgestellt, über Gleichungssysteme charakterisiert und miteinander verglichen. Der erste Äquivalenzbegriff beruht auf der wechselseitigen Simulierbarkeit von Prozessen. Der zweite Begriff stellt die Benutzersicht in den Vordergrund: Gleichheit wird über das Bestehen gleicher Kommunikationstests definiert. Beiden Ansätzen ist gemein, daß sie nicht zwischen Parallelität und Nichtdeterminismus unterscheiden können. Wie die explizite Modellierung von Nebenläufigkeit in der Semantik mathematisch behandelt werden kann, ist Inhalt des zweiten Teils der Vorlesung.

Hörerkreis und Voraussetzungen:
Die Vorlesung richtet sich im wesentlichen an Hörer und Hörerinnen der Vorlesung `Nichtsequentielle Systeme und nebenläufige Prozesse'. Auf größere einführende Beispiele wird deshalb verzichtet. Alle zentralen Begriffe werden aber angegeben, so daß die Vorlesung ohne besondere Voraussetzungen besucht werden kann.

Skript: Vorlesungsmitschrift

Literatur:
J.C.M. Baeten/W.P. Weijland: Process Algebra, Cambridge University Press 1990
R. Milner: Communication and Conconcurrency, Prentice Hall 1989
M. Hennessy: Algebraic Theory of Processes, MIT Press, 1988

Zum Stoff von Teil II gibt es bisher kein Buch; die Inhalte sind Zeitschriftenartikeln und Konferenzbeiträgen entnommen. Eine Literaturliste wird zu Beginn der Vorlesung verteilt.

Sprechstunde: nach Vereinbarung


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